Mit einem kleinen Spitzenschnitt zu Hause kommst du bis zum nächsten Friseurbesuch. Kürze nur die Spitzen. Verwende eine scharfe Haarschneideschere und arbeite in kleinen Partien. Neue Stufen, einen Pony oder eine deutlich andere Form gleichmäßig zu schneiden, ist schwieriger.

Bei Locken kommt es darauf an, wie sie natürlich fallen: Nass und gestreckt wirken sie länger und springen beim Trocknen wieder hoch. Beurteile sie deshalb möglichst trocken und in ihrer gewohnten Form. Für glattes Haar empfehlen manche Ratgeber feuchtes, andere trockenes Haar.

Was du selbst schneiden kannst

Die Spitzen zu kürzen ist einfacher als ein neuer Haarschnitt. Wenn du nur trockene oder ausgefranste Enden kürzen möchtest und eine leichte Abweichung in Kauf nimmst, kannst du es vorsichtig zu Hause versuchen. Eine präzise gerade Kante am Hinterkopf lässt sich allein schwer kontrollieren.

Schneide keine neuen Stufen und verändere den Pony nicht spontan. Auch ein tiefer Pferdeschwanz, der als Hilfe für einen geraden Schnitt beschrieben wird, passt vor allem zu langem, glattem Haar. Er ist keine allgemeine Methode für Locken, Stufen oder jede Kopfform.

Wie viel du abschneiden solltest, hängt von Haarlänge, Struktur und gewünschter Form ab. Eine feste Höchstmenge gibt es nicht. Nimm im Zweifel zunächst nur wenig ab. Ein Ratgeber nennt etwa ein bis zwei Zentimeter als Richtwert für einen geraden Spitzenschnitt, doch diese Angabe ist keine allgemeingültige Grenze.

Werkzeug und Arbeitsplatz

Lege eine scharfe Haarschneideschere und einen Kamm bereit. Dazu kommen Haarclips und ein zweiter Spiegel. Küchen-, Bastel- oder stumpfe Scheren sind für einen sauberen Schnitt ungeeignet: Sie können die Haare quetschen oder ungleichmäßig durchtrennen. Eine spezielle Haarschneideschere hilft, die Spitzen sauber zu schneiden.

Setz dich bei gutem Licht so hin, dass du die Haare nicht über den Kopf hinweg schneiden musst. Befestige die Partien, die gerade nicht an der Reihe sind. Lege die Schere zwischendurch geschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern ab. Verschiebe den Schnitt, wenn du müde bist. Warte auch, wenn du unter Zeitdruck stehst. Dasselbe gilt, wenn du die Haare nicht gut sehen kannst.

Nass oder trocken schneiden?

Bei glattem Haar kannst du feucht oder trocken schneiden. Feuchtes Haar lässt sich laut manchen Anleitungen leichter ordnen und kontrollieren, während trockenes direkt zeigt, wie die Spitzen gewöhnlich liegen. Entscheide dich für den Zustand, in dem du Länge und Form am besten beurteilen kannst.

Bei Locken ist trockenes Schneiden im natürlichen Zustand die vorsichtigere Wahl. So siehst du die Sprungkraft und kürzt nicht versehentlich zu viel, weil die nasse Strähne länger aussieht. Ziehe die Haare beim Schneiden nicht straff. Eine gespannte Strähne wirkt länger und kann nach dem Loslassen kürzer fallen als erwartet.

In kleinen Partien schneiden

Nimm dir für jede Partie Zeit. Vergleiche sie mit der bereits geschnittenen, ohne die Strähnen straff zu ziehen.

  1. Haare vorbereiten: Entwirre die Haare vorsichtig und ziehe den Scheitel wie gewohnt. Bei Locken beurteilst du die Form trocken; bei glattem Haar kannst du leicht feucht oder trocken arbeiten.
  2. Partien abteilen: Teile das Haar mit dem Kamm in gleichmäßige Bereiche und befestige die übrigen Strähnen mit Clips. Eine kleine bearbeitete Partie dient dir als Vergleich für die nächste.
  3. Wenig kürzen: Halte die Strähne locker und schneide zunächst nur die Spitzen. Prüfe nach jeder Partie, ob die Länge noch zu deiner Vorstellung passt, bevor du weiterarbeitest.
  4. Kante kontrollieren: Für eine weichere Kante kannst du mit der Scherenspitze kleine senkrechte Schnitte in die Haarenden setzen. Diese Technik heißt Point Cut. Sie ersetzt keine saubere Abteilung und eignet sich nicht dazu, größere Längenunterschiede auszugleichen.
  5. Rundum prüfen: Kontrolliere die Haare von vorn und von der Seite. Für den Hinterkopf hilft ein zweiter Spiegel oder eine zweite Person. Schneide nicht weiter, wenn du nicht weißt, welche Strähne die ungleiche Länge verursacht.

Fehler beim Spitzenschneiden vermeiden

Der häufigste Anfängerfehler ist, zu viel auf einmal abzuschneiden. Ein zu kurzer Schnitt lässt sich nicht rückgängig machen, und hektisches Nachbessern macht den Längenunterschied oft noch größer. Wenn einzelne Haare aus der Linie stehen, prüfe zuerst, ob sie tatsächlich zu einer ungleichmäßigen Partie gehören. Schneide nicht jedem abstehenden Haar hinterher.

Verknotetes oder ungleichmäßig abgeteiltes Haar macht es schwerer, sauber zu schneiden. Kämme die Strähnen deshalb vorsichtig und arbeite in kleinen Bereichen. Nasses Haar kann beim Kämmen leichter brechen; behandle es entsprechend behutsam. Bei eng gelocktem oder stark strukturiertem Haar empfiehlt die American Academy of Dermatology, es zum Entwirren im nassen Zustand zu kämmen, um Haarbruch zu verringern. Das ist ein Pflegehinweis und keine Vorgabe, Locken nass zu schneiden.

Ein Spitzenschnitt verhindert außerdem nicht sicher, dass neuer Spliss entsteht. Haarpflege und mechanische Belastung beeinflussen den Zustand der Haarenden ebenfalls. Ein festes Schnittintervall für alle gibt es nicht; richte dich nach dem Zustand der Spitzen und der gewünschten Frisur.

Wann du zum Friseur gehst

Warte mit dem Selberschneiden, wenn du eine neue Form möchtest, die Frisur Stufen hat oder der Pony verändert werden soll. Das gilt auch, wenn du eine genaue, gerade Linie am Hinterkopf brauchst oder deine Haare bereits deutlich ungleichmäßig geschnitten sind. Ein Friseur kann beurteilen, wie die Haare rundum fallen, und die Form anpassen.

Wenn du während des Schneidens den Überblick verlierst, beende den Versuch. Ein kleiner Unterschied fällt weniger ins Gewicht als eine immer kürzer werdende Partie, die durch wiederholtes Nachschneiden entstehen kann.