Auf dem Weg zur Arbeit, beim Spaziergang oder in der Mittagspause trifft unsichtbare ultraviolette (UV-)Strahlung der Sonne auf unbedeckte Haut und Augen. Auch bei mildem Wetter und dünner Bewölkung erreicht UV-Strahlung die Haut und Augen.

Am besten schützt du dich, wenn du Schatten suchst, Kleidung trägst und Sonnencreme verwendest. Ab einem UV-Index von 3 solltest du Sonnenschutz verwenden.

Warum tägliche UV-Belastung zählt

UV-Strahlung kann die Haut schädigen, auch wenn sie nicht sofort gerötet ist. Die UV-Belastung summiert sich im Lauf des Lebens und trägt zur vorzeitigen Hautalterung bei. Sie hängt auch mit Hautkrebs zusammen. Bei verschiedenen Hautkrebsarten spielen unterschiedliche Formen der UV-Belastung eine Rolle: Langjährige UV-Belastung ist mit bestimmten Hautkrebsarten verbunden, während intensive Sonneneinstrahlung und Sonnenbrände besonders beim Melanom eine Rolle spielen.

Zeit im Freien ist auch ohne Sonnenbrand möglich, und Sonnenbrand zeigt keine gesunde Bräune an. Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen das spätere Hautkrebsrisiko. UV-Strahlung trifft auch die Augen. Ihre Wirkung kann sich mit der Zeit summieren.

Bewegung und Zeit im Freien gehören zu einem gesunden Alltag. Wichtig ist, unnötig hohe UV-Belastung zu verringern.

Den UV-Index nutzen

Der UV-Index zeigt, wie stark die UV-Strahlung ist, die Sonnenbrand verursachen kann. Wetter-Apps und UV-Prognosen helfen bei der Planung. Ab UVI 3 sollten unbedeckte Haut und Augen geschützt werden. Bei einem UV-Index von 8 oder höher bleibst du mittags möglichst im Haus oder suchst draußen konsequent Schatten.

Temperatur und Wolken verraten wenig über die UV-Belastung. Dünne Wolken lassen UV-Strahlung durch. Auch im Schatten erreicht dich UV-Strahlung, die gestreut oder von Oberflächen reflektiert wird. Der UV-Index ist eine allgemeine Orientierung und berücksichtigt weder die persönliche Hautempfindlichkeit noch jede örtliche Besonderheit.

Kleidung und Sonnencreme kombinieren

Kleidung und Schatten bilden die Grundlage für den Schutz. Bei längeren Aufenthalten draußen trägst du am besten dicht gewebte Kleidung, die die Haut bedeckt, und einen Hut, der Gesicht, Ohren und Nacken schützt. Eine Sonnenbrille mit UV400- oder 100-prozentigem UV-Schutz und möglichst gutem Seitenschutz schützt die Augen. An der Tönung allein lässt sich UV-Schutz nicht erkennen.

Sonnencreme schützt zusätzlich die Stellen, die Kleidung nicht bedeckt. Wähle eine Sonnencreme mit UVA- und UVB-Schutz und mindestens Lichtschutzfaktor 30. Trage sie großzügig und gleichmäßig auf. Damit sie den angegebenen Schutz bietet, musst du genug davon verwenden. Im Alltag tragen viele Menschen weniger auf. Bei längerem Aufenthalt draußen trägst du die Sonnencreme etwa alle zwei Stunden erneut auf. Das gilt auch nach dem Baden oder starkem Schwitzen. Sonnencreme ist kein Mittel, um länger in der Sonne zu bleiben.

Sonnenschutz zur Gewohnheit machen

Sonnenschutz fällt leichter, wenn du die nötigen Dinge griffbereit hast. Stell die Sonnencreme neben Schlüssel oder Zahnbürste und bewahre Hut und Sonnenbrille an der Tür auf. Bei einem Spaziergang oder einer Pause im Freien kannst du eine schattige Route oder einen Platz unter einem Dach einplanen. Wer regelmäßig draußen arbeitet, sollte passende Kleidung und Schattenpausen einplanen.

Eine randomisierte Studie mit 903 Erwachsenen in Australien untersuchte die Hautalterung über 4,5 Jahre. Am Studienende war die Hautalterung in der Gruppe mit täglicher Sonnencreme-Anwendung um 24 Prozent geringer als in der Gruppe mit gelegentlicher Anwendung. Dieses Ergebnis gilt für die Bedingungen der Studie. Es sagt nicht voraus, wie stark die Haut einer einzelnen Person altert. Bei einzelnen Hautkrebsarten ist die Studienlage unterschiedlich; Sonnencreme allein verhindert nicht nachweislich jede Form von Hautkrebs. Die Kombination verschiedener Schutzmaßnahmen bleibt daher sinnvoll.